Dein Zukunftsplan? – Praktikum 2015

von: Hannah van Koeverden, Vivien Verhoeven

Einen Einblick in die Berufswelt erhalten. Diese Chance hatten jetzt auch die Schülerinnen und Schüler des Konrad-Adenauer Gymnasium in Kellen. In den zwei Wochen sollten sie den Berufsalltag ihrer Praktikumsstelle kennenlernen.

Die Schüler mussten sich schon bis zum Herbst letzten Jahres bei einem Betrieb bewerben. Dieser musste nach Schulkonferenzbeschluss in einem Umkreis von 25 Kilometern in der Nähe der Schule liegen, um Fahrzeiten und Kosten für Schüler sowie ihre Betreuer möglichst gering zu halten. Für die Bewerbung fertigten die Schüler einen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben an. So wurden sie in die Lage einer richtigen Jobsuche versetzt. Trainiert wurde dies, ebenso wie Vorstellungsgespräche und selbstbewusstes Auftreten, in Workshops gegen Ende der neunten Klasse und zu Anfang des jetzigen Schuljahres.

Schließlich erlebten die Schüler von Montag, 12. Januar bis Freitag, 23. Januar die Berufswelt. Es findet zeitversetzt mit den anderen Schulen statt, da es im Kreis Kleve eher wenig Betriebe gibt, die Praktikanten annehmen und insgesamt ungefähr 2000 bis 2500 Praktikanten untergebracht werden müssen.

Das Praktikum, das im Schulgesetz vorgeschrieben ist, wird nun schon seit ungefähr 20 Jahren an dem Gymnasium durchgeführt. Seit knapp zehn Jahren organisiert Peter Hassenpflug das Praktikum. „Das Praktikum ist sehr wichtig zur Einschätzung der eigenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Interessen, bevor man eventuell jahrelang Geld und Zeit in die falsche Ausbildung investiert“, findet der Lehrer.

Durch das Praktikum hatten die Schüler die Möglichkeit sich beruflich zu orientieren und ihren Wunschberuf auszuprobieren. Dass das Leben nicht nur von der Schule bestimmt wird und der Berufsalltag aus Kaffeepausen, wurde ihnen spätestens jetzt klar.

Schon in der neunten Klasse konnten die Schüler beim „Boys and Girls Day“ einen typischen Beruf des anderen Geschlechts kennenlernen. Eine weitere Maßnahme der Schule war der „Day for Future“ am Berufskolleg Kleve, wo den Schülern viele Berufe vorgestellt wurden.

Wir haben einige der Schüler getroffen und zu ihrem Praktikum interviewt.

 

Der sechzehnjährige Schüler Bastian Schütten absolvierte sein Praktikum in dem Technik-Geschäft Saturn in Kleve. Im Interview sagt er über sein Praktikum:

„Ich finde mein Praktikum echt interessant. Hier ist ein gutes Arbeitsklima und ich habe nette Kollegen. Meine Aufgaben sind hauptsächlich die Produkte einräumen, die Preise kontrollieren und kaputte, reklamierte Waren entsorgen. So sehe ich mal was hinter den Kulissen ist. Außerdem lernt man Verantwortung. Einen genauen Berufswunsch habe ich noch nicht, aber auch wenn es mir Spaß macht, ist das nicht so mein Wunsch.“

 

Die Schülerin Marie Kluitmann (16) hat ihr Praktikum in einem Architektenbüro gemacht. Sie erzählt uns von ihren Erfahrungen:

„Das Architektenbüro war meine erste Wahl. Mir war vorher bewusst, dass ich nicht selbst Häuser planen kann, weil mir die nötigen Vorkenntnisse fehlen. Ich habe es gewählt, weil mich der Beruf schon länger interessiert und ich überlegt habe meine spätere Berufswahl in diese Richtung zu legen. Im Praktikum habe ich mit Plänen von schon fertigen Häusern gearbeitet und vorher habe ich mich mit der Perspektive beschäftigt. Mir gefällt es gut, da ich viel verschiedenes lerne. Ich weiß noch nicht, ob ich diesen Beruf mal ausüben möchte, zu meiner Berufswahl muss ich mir noch einige Gedanken machen.“

 

In der Montessori Grundschule in Griethausen hat der Schüler Marc Sperling (16) sein Praktikum verbracht.

„Ich finde mein Praktikum gut, weil es abwechslungsreich ist und die Kinder hier sehr freundlich sind. Zu meinen Aufgaben gehören, den Kindern Sachen zu erklären und mich mit ihnen zu unterhalten. Ich muss auf ihre Frage eingehen und auch die Hausaufgaben von ihnen kontrollieren. Gewählt habe ich das Praktikum, weil ich selbst hier zur Schule gegangen bin und ich es durchaus in Betracht ziehe Lehrer zu werden. Es ist ein spannender und aufregender Beruf, bei dem man mit Kindern zu tun hat.“

 

Die sechzehnjährige Schülerin Anika Straeten hat ihr Praktikum in einer Apotheke absolviert.

„Ich habe vor nach dem Abitur Pharmazie zu studieren und um den Entschluss zu festigen und den Beruf besser kennenzulernen, habe ich mein Praktikum in einer Apotheke gewählt. Ich mache verschiedene Sachen: So helfe ich zum einen den PKAs beim Einlesen, Einräumen und wieder Herausnehmen der Medikamente und zum anderen helfe ich den PTAs beim Herstellen der Rezepturen und schaue ihnen bei Kundengesprächen über die Schulter. Es gefällt mir sehr, besonders die Arbeit mit den PTAs . Nach diesem Praktikum kann ich sagen, dass es definitiv mein Wunsch ist, Apothekerin zu werden.“

 

Die ebenfalls sechzehnjährige Schülerin Lena Breuer hat während des Praktikums den Beruf und die Tätigkeiten einer Bankkauffrau kennengelernt.

„Mein Praktikum in einer Bank zu absolvieren war meine erste Wahl. Beim „Day for Future“ wurde mein Interesse geweckt, woraufhin ich mich auch bei einer Bank beworben habe und angenommen wurde. Das Praktikum entspricht auf jeden Fall meinen Vorstellungen, da es mir wichtig war viel mit Kunden zu tun zu haben.  Mittlerweile darf ich auch Kunden bedienen und beispielsweise unter Aufsicht und mit späterer Kontrolle Konten eröffnen oder Überweisungen tätigen. Ich war auch bei einem Kundengespräch dabei, was eine völlig andere Situation darstellte und wirklich interessant war mitzuerleben. Ob ich wirklich Bankkauffrau werden möchte, weiß ich noch nicht, aber ich könnte es mir vorstellen und der Beruf kommt definitiv in die engere Wahl.“

 

Wir bedanken uns bei den Schülern und Herrn Hassenpflug, die sich für ein Interview bereiterklärt haben.

Auch wir können auf zwei erfolgreiche Praktikumswochen in der Redaktion der Rheinischen Post Kleve zurückblicken. Es hat uns großen Spaß gemacht und wir konnten wertvolle Einblicke und Erfahrungen sammeln.

Nach dem Praktikum sollten die Schüler, auf Empfehlung von Peter Hassenpflug, weitere, freiwillige Praktika in den Ferien in Erwägung ziehen, um noch mehr Einblicke in das Berufsleben zu gewinnen und das gewählte Berufsfeld zu vertiefen.

Auch zu finden in der Rheinischen Post: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/geldern/alle-auf-der-suche-nach-dem-traumjob-aid-1.4895047

 

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